Interview mit Landesvorsitzenden Ingo Stawitz

 

 

 

Zum ersten Mal fuhren wir als Vertreter des Kreisvorstandes Herzogtum Lauenburg/Stormarn zu einer NPD Landesvorstandssitzung. Während des Ablaufes der Tagesordnungspunkte, wurde uns mehr und mehr bewußt, daß sich hinter der Landespartei der NPD vieles abspielt, worüber wir uns vorher noch keine Gedanken gemacht haben. Es wurde viel geplant und abgesprochen und der Hauptfokus lag in der Planung der bevorstehenden Europawahl, von den Kabelbindern bis zum Flugblattentwurf wurde hier abgestimmt und verhandelt. Ziemlich monoton war für uns das Kapitel der finanziellen Lage des Landesverbandes, denn der erfahrene Schatzmeister, Wolfgang Schimmel, war nun vollkommen in seinem Element und verlas die aktuellen Zahlen aus dem Finanztopf. Zum Schluß wurde aus den Kreisverbänden berichtet. Hier hatten wir die Möglichkeit unsere politische Arbeit der letzten Wochen und Monaten vorzustellen. Das Interesse der Teilnehmer lag dabei natürlich beim Bericht über die Mitgliederversammlung mit Neuwahl des Kreisvorstandes. Doch auch unser Bericht von einem Koordinationstreffen bei den Kameraden in Lübtheen fand offene Ohren. Da wir an diesen Abend innerhalb des Landesverbandsvorstandes Schleswig Holsteins unsere Arbeit präsentieren und uns mit den anderen Kameraden austauschen konnten, sahen wir diesen Abend mit all diesen Erfahrungen für uns als eine Bereicherung an.

 

Nach dem Ende der NPD Landesvorstandssitzung nahm sich Ingo Stawitz noch die Zeit, um mit uns ein Interview zu führen.

 

Vor kurzem waren sie bei uns zu Besuch auf unserer Kreisverbandssitzung. An diesem Tag sagten Sie eine Partei zu leiten wäre wie eine Firma zu führen, können Sie diese Aussage noch mal für unsere Leser verdeutlichen?

Der Vergleich ergibt sich aus mehreren Gründen. Beide, die gewerbliche Firma sowie auch die Partei bemühen sich darum, Gewinn zu erzielen. Die Firma einen finanziellen, die Partei einen ideellen und politischen Gewinn. Beide bedürfen dazu ein entsprechendes gesetzliches Umfeld und eine innere Ordnung. Die gewerbliche Firma/das Unternehmen richtet sich nach den Vorgaben des kaufmännischen Rechts, den Bestimmungen der Finanzämter, der Handelskammer, der Gewerkschaft und des Marktes. Das Führungsgremium ist in kleineren Betrieben der Besitzer mit seinem Meister, in größeren Unternehmen der Vorstand und der Geschäftsführer. Die Parteien der BRD haben sich an das Parteiengesetz zu halten. Dort wird u.a. vorgeschrieben wie sie im Inneren aufgebaut sein müssen, wie ihre Vorstände zu wählen, wie ihre Finanzen zu handhaben sind und auch welche Aufgabe sie in der Gesellschaft haben. Auch in einer Partei gibt es eine vertikale Führungsstruktur. Die wird gewählt. Der Vorsitzende, seine Stellvertreter die Beisitzer und der Schatzmeister. Die Gebietsgliederungen von oben nach unten: Bundes- Landes- Bezirks- Kreis- und Ortsverband.

 

Welche Aufgaben werden als Pflicht für jeden Kreisverband angesehen?

Die Kreisverbände sind zu einem gewissen Grad selbstständig und können ihre Belange nach den jeweils vorherrschenden Möglichkeiten gestalten. Dabei spielen die Mitgliederzahl und die finanziellen Möglichkeiten eine große Rolle. Die KVs sind jedoch an das Programm und an die Satzung der Gesamtpartei gebunden. So gibt es in S.-H. eine Satzung für das eigene Bundesland. Daran müssen sich die KVs halten. Als Pflicht steht die ordnungsgemäße Führung des Verbandes an erster Stelle. Die Betreuung der Mitglieder, der Interessenten und die korrekte Verwaltung der Mitgliedsbeiträge.

 

In welchen Bereichen kann ein Kreisverband eigenständig handeln?

 Die KV können selbst entscheiden, ob sie an einer Kommunalwahl im Landkreis teilnehmen oder nicht und stellen die entsprechenden Bewerber auf. Sie betreuen die Mitglieder und Interessenten in ihrem Bereich. Zu den Wahlen im Kreisgebiet können eigene spezifische Programmpunkte entwickelt werden. Die KVs Mitgliederversammlung wählt ihren Vorstand. Die Kreisvorstände führen selbstständig eine eigene Kasse, dabei ist die Finanzordnung der Partei einzuhalten. Die KVs entwickeln eigene politische Aktivitäten z.B. Infostände, Flugblattverteilungen, Kundgebungen usw. Dabei ist es wichtig, daß der Landesvorstand informiert wird.  

 

Seit dem Austritt von Kay Oelke aus unserem KV wurde unser Verband als „Sorgenkind“ angesehen, mit welchen Empfinden Ihrerseits haben Sie den Kreisverband Lauenburg/ Stormarn gesehen?

Der Austritt des ehemaligen Kameraden Kay Oelke aus der NPD stellte einen großen Schaden dar, zumal er gleich einige weitere Mitglieder mitnahm. Oelke war immerhin Mitglied im Kreistag Lauenburgs und hat dort gute Arbeit im Sinne der NPD geleistet. Das ist nicht einfach als alleiniger NPD-Vertreter im Kreistag. Leider hielt Oelke dem öffentlichen Druck nicht stand. Erst der Fortgang von wichtigen Personen aus dem KV Lauenburg/Stormarn machte den KV zum Sorgenkind, denn die Führungsriege war abhanden gekommen und die Aufgaben dort wurden durch Mitglieder des Landesvorstandes u.a. von Jörn Lemke übernommen. Der Schatzmeister des KV blieb im Amt und hat gute Arbeit geleistet. Ziel war es, den KV Lauenburg/Stormarn nicht aufzugeben, sondern solange durch den LV zu verwalten bis neues, geeignetes Personal gefunden war. Das hat etwas gedauert und ist gelungen. Ich bin über die bisherige Arbeit der neuen Personen im KV durch Kamerad Lemke und durch die Ausführungen des neuen Vorstandes informiert und freue mich, daß bisher alles gut lief. Um von Erfolg zu sprechen bedarf es weitere gute Arbeit über einen längeren Zeitraum. Da habe ich einige Hoffnungen.

 

Nach unserer Neuwahl, wie sehen bzw. vermuten Sie die Entwicklung des Kreisverbandes Herzogtum Lauenburg/ Stormarn?

Ich bin kein Prophet aber über 25 Jahre in der Politik zuhause. Ich habe gute und auch schlechte Zeiten erlebt. Ich wünsche mir, daß es dem neuen Kreisvorstand gelingt, seine Aufgaben gut zu erledigen, neue Mitglieder zu gewinnen und vor allem, sich ehrlich und kameradschaftlich im eigenen Bereich sowie auch gegenüber den anderen Gliederungen in Schleswig-Holstein zu verhalten.  

 

Zu der vorher gestellten Frage ist natürlich auch ein bisschen der Ausgang der Europawahl entscheidend, welches Ergebnis erwarten Sie für die NPD bei der Europawahl?

Wir erleben ein gutes Vorankommen nationaler Parteien in Europa. Das freut uns sehr. Die Partei Front National in Frankreich u.a. hat jüngst gute Erfolge zu den Kommunalwahlen erzielt und stellt viele Bürgermeister. Zur EU-Wahl erwartet man noch bessere Ergebnisse. Das dürfte auch für Österreich und Ungarn, für Dänemark und Holland gelten. In Deutschland ist es um einiges schwieriger. Das BRD-System führt einen Zermürbungskrieg gegen die NPD. Dazu gehören die Streichung von Geldern durch die Bundestagsverwaltung, der sog. Kampf gegen Rechts, der mit Steuermittel sanktioniert wird, das Verbotsverfahren des Bundesrates und der ganze NSU-Prozeß, den man aus politischen Gründen mit der NPD in Verbindung bringt. Zu Unrecht wie alle Welt mittlerweile weiß. Die ständige, von oben verordnete Trauerarbeit der Bundes- und Landesregierungen, die Indoktrination der Schüler, die Irreführung der Leser und Zuschauer durch die Hauptmedien machen der NPD das Leben schwer. Dann kommen noch scheinnationale Gruppierungen wie die A.f.D. hinzu, die eine mediale Zuwendung erfährt, die man der NPD seit Jahrzehnten konsequent verweigert. Ich denke es wird gelingen, eine NPD-Präsenz in Brüssel zu erkämpfen. Das wird dann sehr wichtig sein. Über Prozente sage ich seit Jahren nichts mehr.  

 

Für uns war dieser Abend so genanntes Neuland, ein neuer Termin für ein weiteres Zusammenkommen wurde heute beschlossen. Welche Ziele gilt es für die schleswig-holsteinische NPD in Zukunft an zu bestreben?

Wichtig ist es, nach wie vor, seine Pflicht als deutsch denkender Mensch zu tun und damit die Ziele der NPD zu unterstützen, denn die NPD hat ein hervorragendes Programm, welches erforderlich ist, die Probleme und Sorgen des deutschen Volkes zu beheben.  

 

Werden in Zukunft auch Schulungen oder Aktionen für die jüngeren oder neueren Kameraden von der schleswig-holsteinischen NPD angeboten?

Soweit es möglich ist ja. Das war bisher immer so. Übrigens, die jüngeren und neuen Kameraden können auf die Arbeit und Erfahrungen der älteren Kameraden zurückgreifen. Fehler müssen nicht wiederholt werden. Es kommt noch hinzu, daß die NPD eine Fülle von Informationsschriften anbietet. Man kann diese bestellen, studieren und dann das Erlernte anwenden.

 

Herr Stawitz, wir bedanken uns sehr für das informative Gespräch mit Ihnen. 

 

 

 

NPD Lauenburg

04.04.2014

 

 

 


 
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